Sonntag, 6. Mai 2012

Zombieland

Der Zustand unserer Welt war kein Wunder, nicht einmal ein Rätsel:

Was wir heute waren: Zombies, Un-Tote im besten Sinne, da wir zwar nicht nicht tot, noch lange aber auch nicht ganz lebendig waren, und wir wurden nur getrieben von einem einzigen, irrationalen Verlangen. Wie der Zombie des Films sich nach einer, und nur einer Sache verzehrte, Menschenfleisch nämlich, so strebten auch wir Zombies der Realität, unserer Realität, nur nach einer einzigen Sache: nach Geld.

Der verdammte Zombie des Filmes war sich nicht über seinen Zustand bewusst, nicht befähigt, über seine Gier nach Fleisch und sein daraus folgendes Handeln zu reflektieren. Noch ein Zustand, den wir bei uns selbst wiederfanden: Auch wir reflektierten nicht über den Sinn der Jagd nach dem Geld, den Sinn der Jagd nach dem Immer-Mehr, sondern wir akzeptierten es, wie es war, weil es eben so war und immer schon so gewesen sei. Und wenn wir dabei diese Welt zerstörten, und wenn Tausende und Millionen unserer Mitmenschen darunter litten, verkrüppelt wurden, vor die Hunde gingen – „Es geht hier um Geld, da können wir nichts machen. Das Gesetz des Marktes, Sie verstehen.“

Der Zombie des Films war mitleidlos, einfach, weil seine Gier nach Menschenfleisch kein Mitleid zuließ. Wir waren mitleidlos, denn unsere Gier nach Geld machte dasselbe mit uns. Wir waren keine ganzen, bewussten, vollständigen Menschen, sondern allzu oft nur halb-bewusste, geifernde Bestien, denen auf der Jagd nach ihrem irrationalen Fetisch, dem „Geld“, alles andere egal war.

Es ist ein gottverdammt-verschissenes ZOMBIELAND da draußen!

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