Freitag, 16. September 2011

Eine großartige Erfahrung

Es waren die Worte Salters, die mir wieder Mut machten: Wie köstliche, tierhafte Nahrung gaben sie mir das Gefühl für das, was möglich war, zurück. Salters Worte, Millers Leben, Hemingways Haltung – eine neue, alte Dreieinigkeit, die mein Leben bestimmte, jenen Teil, den ich dem Schreiben gewidmet hatte. 

What we all hope in reaching for a book, is to meet a man of our own heart, to experience tragedies and delights which we ourselves lack the courage to invite, to dream dreams which will render life more hallucinating, perhaps also to discover a philosophy of life which will make us more adequate in meeting the trials and ordeals which beset us. To merely add to our store of knowledge or improve our culture, whatever that may mean, seems worthless to me.

--Henry Miller

Und genau darum ging es: auf einen Mann nach unserem Herzen zu treffen, Tragödien und Freuden zu erleben, denen nachzueifern wir uns selbst nicht trauten, Träume zu träumen, die unser Leben reicher zurückließen und, vielleicht sogar, die ein oder andere Lebensphilosophie zu entdecken, die uns mit diesem Ding genannt Leben besser zurechtkommen ließ. Es ging um das Er-Leben, um das Nach-Leben großer Geschichten, und um nichts anderes. Das war der Job des Schriftstellers: Eine großartige Erfahrung anzubieten, die das reale Leben überstieg, es transzendierte, und sich doch in es hinein fügte, wenn man es zulassen konnte. Allerweltsgeschichten waren wertlose Geschichten; Storys, die einfach die Realität nacherzählten, unser alltägliches, erschöpfend bekanntes Erleben aufwärmten, waren zum Scheitern vor den Prüfungen der Zeit verurteilt. Und, wie ich zugeben musste: zu Recht.

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